Vergiftungen
Jährlich erleiden zahlreiche Kinder Vergiftungen durch Medikamente und Haushaltsreiniger; am meisten gefährdet sind kleinere Kinder bis zum Alter von 3 Jahren. In dieser Zeit stöbern sie besonders gerne in der Wohnung herum, wobei alles Greifbare angefasst und oft in den Mund gesteckt wird. Noch immer gibt es viele Behälter für Haushaltschemikalien, die Kinderhände leicht öffnen können.
Zu den meisten Vergiftungen kommt es allerdings durch Arzneien, die Kinder in Handtaschen, Nacht- oder Badezimmerschränken finden und mit bunten Bonbons verwechseln. Auch Alkohol kann zu einer Gefahr werden – ebenso wie bunte Parfüms oder Rasierwasser.
Was tun bei Vergiftungen?
- Je schneller die Hilfe, desto geringer die Folgen!
- Vor jeglicher Maßnahme Arzt oder Vergiftungsinformationszentrale zu Rate ziehen. Bewahren Sie die Nummer beim Telefon auf, um möglichst schnell reagieren zu können.
- Reste der eingenommenen Schadstoffe sicherstellen und zum Arzt oder in das Krankenhaus mitnehmen. Falls Sie Angaben zu Unfallzeitpunkt und die ungefähre Menge der eingenommenen Substanz machen können, sind wirkungsvolle Gegenmaßnahmen unter Umständen schneller möglich.
- Keine Hausmittel anwenden! Versuche, Kinder oder andere Betroffene zum Erbrechen zu bringen, sind in vielen Fällen gefährlicher als die eigentliche Vergiftung. Auch die Verabreichung von großen Mengen Milch schadet in vielen Fällen eher, als sie nützt.
Kinder
- Machen Sie sich auf allen vieren auf Entdeckungsreise durch Ihre Wohnung: Sie werden erstaunt sein, was alles in Reichweite Ihres Kindes ist.
- Verwahren Sie Medikamente und Haushaltschemikalien außer Reichweite von Kindern auf. Achten Sie beim Kauf auf kindersichere Verschlüsse.
- Lagern Sie Medikamente in einem abschließbaren Schrank und im Originalkarton.
- Werfen Sie keine Medikamente oder Chemikalien in den Hausmüll.
- Verwenden Sie ausschließlich Haushaltschemikalien für den privaten Gebrauch und keinesfalls Industriechemikalien. Diese sind anders zusammengesetzt und oft gefährlicher. Vermeiden Sie aggressive Reiniger. Chemie ist nicht immer notwendig: Gewöhnlicher Essig z.B. kann ätzende Entkalkungsmittel und WC-Reiniger ersetzen.
- Giftige, ätzende und ungenießbare Stoffe nur in Originalflaschen mit der richtigen Kennzeichnung und dem entsprechenden Warnetikett aufbewahren.
- Lassen Sie Lampenöl immer in der Originalflasche. Wenn Sie Lampenöl kaufen: Achten Sie auf einen kindersicheren Verschluss. Stellen Sie Öllampen nur außerhalb der Reichweite von Kindern auf.
- Verzichten Sie auf giftige Pflanzen.
