Strom
Was ist ein Elektro-Unfall?
Bei einem Stromschlag gerät der menschliche Körper in einen Stromkreis, meistens zwischen einem Metallgegenstand, der Strom führt, und der Erde. Die gesundheitlichen Folgen sind von der Stromstärke, der Stromdauer und dem Weg, den der Strom durch den Körper nimmt, abhängig. Von einem Elektro-Unfall sind vor allem Gehirn und Herz betroffen, wenn sie im Stromfluss liegen.
Unfälle mit Haushaltsstrom
Die meisten Unfälle ereignen sich durch Haushaltsstrom mit 220 V und Wechselstrom von 50–60 Hertz. Der elektrische Strom kann Herzrhythmusstörungen auslösen, wenn das Herz im Stromfluss liegt (z.B. wenn der Strom von der Hand über den Körper zum Fuß führt). Die Muskulatur verkrampft sich; es kann zum unwillkürlichen „Festhalten“ der Stromquelle und/oder zu mechanischen und thermischen Verletzungen kommen.
Tipps für den richtigen Umgang mit Strom
- Überprüfen Sie Ihre elektrischen Geräte und Kabel regelmäßig. Sind sie defekt, müssen sie umgehend fachgerecht ausgetauscht werden.
- Achten Sie darauf, im Bad und in der Küche keine elektrischen Geräte in Wassernähe aufzubewahren.
- Nutzen Sie im Bad keine elektrischen Geräte, wenn jemand badet oder duscht. Nach Gebrauch eines Föhns oder Rasierapparats ziehen Sie am besten immer den Stecker aus der Steckdose und stellen das Gerät weg.
- Achten Sie auf einen funktionsfähigen FI-Schutzschalter, eine Schutzeinrichtung für Stromnetze. Er schaltet den Stromfluss ab, wenn Strom den überwachten Stromkreis auf falschem Weg, etwa über den Körper einer Person, verlässt. Ein FI-Schutzschalter kann Leben retten.
Kinder
- Meist in Bodennähe angebracht und deshalb leicht greifbar, stellen herkömmliche Steckdosen vor allem für Kinder ein besonderes Risiko dar. Steckdosen befinden sich für Kleinkinder beim Sitzen, Krabbeln und Spielen oftmals genau in Sichthöhe und ziehen somit besonderes Interesse auf sich. Schon das Herumstochern in einer Steckdose, beispielsweise mit einem Nagel, führt zu Stromkontakt. Bringen Sie kindersichere Steckdosen an.
- Die zur Sicherung von Steckdosen häufig verwendeten Abdeckplättchen können nur eine Notlösung sein, da die meisten bereits nach wenigen Sekunden von neugierigen Kindern entfernt werden können. Ganz sicher ist nur der Austausch normaler Steckdosen durch einen kindergesicherten Typ. Mit den Steckdosen der neuen Generation lässt sich die Gefahrenquelle des einseitigen Durchdrückens problemlos abstellen. Sie haben einen integrierten Schutzmechanismus, der den Weg zum Stromnetz erst dann freigibt, wenn beide Öffnungen gleichzeitig gedrückt werden.
Was bringt ein FI-Schalter (Fehlstromschutzschalter)?
Nur der FI-Schalter schaltet den Strom automatisch ab, wenn sich ein Mensch im Stromkreis befindet. Ist der FI-Schalter defekt, sind die Folgen meist tödlich.
Trotzdem verzichten viele Menschen auf die regelmäßige Überprüfung des FI-Schalters. Wer meint, dass normale Sicherungen genug Schutz bieten, geht ein großes Risiko ein, denn gewöhnliche Sicherungen und Leitungsschutzschalter lösen nur bei Kurzschlüssen oder Überlastung des Stromnetzes aus und unterbrechen den Stromkreis, nicht jedoch, wenn sich beispielsweise ein Mensch im Stromkreis befindet oder Elektroinstallationen defekt sind.
Tipp für den FI-Schalter
- Knopfdruck genügt! Auf dem FI-Schalter im Sicherungskasten befindet sich ein kleiner Prüfknopf – ein kurzer Druck genügt, um den Schalter auszulösen und kurzfristig alle Stromkreise abzuschalten.
Unfälle mit Starkstrom
Unfälle mit Starkstrom sind eher selten, sorgen aber auf Grund ihrer Schwere oft für spektakuläre Schlagzeilen. Betroffen sind meist Jugendliche, die aus Abenteuerlust oder als Mutprobe auf Eisenbahnwaggons klettern. Bei Starkstromunfällen (über 1.000 Volt) kommt es neben Herzrhythmusstörungen und Bewusstlosigkeit zu Schocks, Verbrennungen und zur Schädigung des Gewebes; als Folge davon müssen manchmal Gliedmaßen amputiert werden, der Heilungsprozess ist langwierig.
Tipps für Starkstrom
- Man muss eine Hochspannungsleitung nicht einmal berühren: Es reicht schon aus, in das Spannungsfeld zu geraten, um schwere bis tödliche Verletzungen zu erleiden. Auf Gleisen mit unter Spannung stehender Oberleitung dürfen Tritte, Plattformen und Dächer von Fahrzeugen, die höher als 2 m über der Schienenoberkante liegen, nicht betreten werden, da ansonsten der Sicherheitsabstand zur Oberleitung unterschritten wird.
- Bitte beachten Sie, dass Hochspannungsleitungen auch ein Thema für Gleitschirmflieger oder Kinder, die im Herbst Drachen steigen lassen, sind.
Was tun bei einem Stromunfall?
- Als Erstes: Den Stromkreis unterbrechen. Den Verletzten erst danach berühren.
- Erste Hilfe leisten: Da die meisten Stromunfälle zu Herzrhythmusstörungen führen, nicht lange auf Hilfe warten. Bei fehlendem Puls sofort mit Herzmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung beginnen, da das Gehirn nicht mehr mit Sauerstoff versorgt wird. Professionelle Hilfe herbeirufen.
