Skifahren und Snowboarden

Wussten Sie, dass 85 Prozent der Schädel- und Gehirnverletzungen bei Skiunfällen durch das Tragen eines Helms verhindert werden können?

Alle Schneesportarten verlangen Fähigkeiten, die im Alltag nicht ausreichend trainiert werden können. Eine kräftige Oberschenkel- und Rückenmuskulatur ist wichtig, um diese Sportarten sicher ausüben zu können. Daher sollen Wintersportler zur Vorbereitung mindestens dreimal pro Woche entsprechende Kraft-, Beweglichkeits- und Ausdauerübungen absolvieren. Menschen, die ohnedies das ganze Jahr Sport treiben, haben auch in puncto Sicherheit einen Vorteil: Sie sind länger fit.

Eine regelmäßig gewartete Ausrüstung sichert auch beim Wintersport ein unfallfreies Vergnügen. Dabei müssen Auslösebindungen im Fachgeschäft sorgfältig auf Größe und Können des Fahrers eingestellt werden.

Skibindungen sollten Sie nie selbst justieren – auch aus juristischen Gründen: "Selbsteinsteller“ tragen nicht nur den körperlichen Schaden, sondern die komplette finanzielle Verantwortung für ihr Tun. Anders, wenn die Arbeit von einem Fachmann durchgeführt wurde: Dann erhält der Kunde ein Prüfprotokoll und kann folglich Schadenersatz verlangen, wenn die Bindung nicht ordentlich funktioniert.

Tipps zum Skihelm

  • Tragen Sie immer den Helm auf der Piste!
  • Optimalen Schutz bieten Hartplastikhelme der Norm EN 1077. Ein normgerechter Helm ist mit dem Herstellungsjahr und anderen Informationen (z.B. Größe) gekennzeichnet.
  • Achten Sie auf die richtige Passform: Der Helm darf nicht drücken, aber auch nicht wackeln – testen Sie durch Kopfschütteln. Die Verschlussriemen müssen fest mit dem Helm verbunden, einfach zu öffnen und zu schließen sein. Der Kinnriemen soll mindestens 2 Finger (2 cm) breit und mit der Helmschale fest verbunden sein.
  • Der Helm soll auch mit einer Ski- oder Sonnenbrille bequem zu tragen sein.
  • Falls Sie keinen Helm kaufen wollen, nutzen Sie die Leihmöglichkeit im Fachhandel und in den Skischulen.
  • Auch vor Kälte und Wind ist man mit dem Helm geschützt – keine Mütze darunter tragen.

Pistenregeln/Verhaltenstipps

Neben den 10 FIS-Pistenregeln sind folgende Verhaltenstipps zu beachten:

  • Bereiten Sie Ihren Körper auf den Wintersport vor.
  • Lassen Sie die Bindung an Ihren Skiern einmal jährlich vom Fachhändler kontrollieren.
  • Schwingen Sie unterhalb der Gruppe ab.
  • Nicht an unübersichtlichen oder engen Stellen stehen bleiben.
  • Regelmäßig im Laufe eines Skitages Pausen einlegen.
  • Schauen Sie auch nach oben, bevor Sie losfahren.
  • Achtung: Der Langsamere hat Vorrang, nicht der, der von rechts kommt.
  • Fahren Sie Ihrem Können entsprechend – kontrolliert.
  • Verzichten Sie tagsüber auf Alkohol.
  • Nie in gesperrtes Gebiet einfahren.

Verhalten bei Unfällen

  • Anhalten und prüfen, ob Hilfeleistung erforderlich ist.
  • Absichern der Unfallstelle: Skier, Stöcke oder Snowboard ca. 5 m oberhalb der Unfallstelle über Kreuz in den Schnee stecken.
  • Rasche Alarmierung der Pistenrettung bei der nächsten Unfall-Meldestelle oder per Handy.
  • Bei verletzten Personen zuerst Allgemeinzustand beurteilen, dann mit Erste-Hilfe-Maßnahmen beginnen.

Tipps für Snowboarder

  • Snowboarder müssen unbedingt unter professioneller Anleitung zuerst das richtige Fallen lernen und erst dann das Fahren. Sturzkurse sind im Programm der meisten Snowboardschulen zu finden.
  • Wählen Sie zweckmäßige Bekleidung (wasserundurchlässige Kleidung mit Knie- und Gesäßpolsterung).
  • Verwenden Sie Ohren- und Augenschutz.
  • Tragen Sie Handschuhe mit Handgelenksschutz. Die Verletzungsmechanismen sind ähnlich wie beim Inlineskaten, also zählen Handgelenksprotektoren mit zu den wichtigsten Bestandteilen einer professionellen Snowboardausrüstung.
  • Ein Helm ist unerlässlich und zählt zur absoluten Pflichtausstattung für Boarder.
  • Die Verwendung eines Rückenprotektors empfiehlt sich insbesondere für Snowboarder, die das Springen in Halfpipes dem reinen Carven auf der Piste vorziehen.
  • Brillen- und Kontaktlinsenträger müssen auch beim Snowboarden die Sehhilfe tragen, da sie sonst auf Grund der wechselnden Schnee- und Lichtverhältnisse, aber auch durch kontrastarme Sichtbedingungen ein erhöhtes Unfallrisiko haben.
  • Zur Ausstattung: Sie hängt vom persönlichen Fahrstil und Können ab. Beim Kauf sollte man sich von Spezialisten beraten lassen. Vor der Saison müssen bereits vorhandene Schuhe, insbesondere Sohle und Schnallen, Bindungen, Beläge und Kanten kontrolliert werden.
  • Pistenregeln gelten nicht nur für Skifahrer, sondern auch für Snowboarder! Für das Verhalten in Halfpipes und Fun-Parks gibt es weitere Hinweise, die zu beachten sind. Jeder Wintersportler muss sich ausführlich über die bestehenden Regelungen und Empfehlungen informieren, um sich und andere nicht zu gefährden.
  • Grundsätzlich sind nur markierte Abfahrten zu empfehlen – hier ist man vor Gefahren der Bergwelt wie Lawinen oder Abgründen geschützt. Für den Tiefschnee abseits der Piste ist eine solide alpine Ausbildung, eine fachkundige Führung und in jedem Fall eine vollständige Lawinenschutz-Ausrüstung erforderlich.

Dazu gehören:

  • Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (LVS), das vor jeder Tour überprüft werden und die ganze Zeit eingeschaltet sein muss
  • Lawinenschaufel
  • Lawinensonde
  • Biwaksack
  • Erste-Hilfe-Paket

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