Familie & Gesundheit

Darum ist die Umarmung so wichtig für Körper und Seele

Umarmungen und Nähe sind für uns Menschen unfassbar wichtig. Warum und auf welche Weise Körper und Seele entscheidend durch positive Berührungen gestärkt werden, erfahren Sie hier.    

Bei einer Umarmung, die nicht flüchtig ist, sondern so richtig von Herzen kommt, die fest und innig ist, scheint die Zeit für einen kurzen Augenblick stillzustehen, oder? Genau diese echte Nähe ist es, die wir Menschen auf existenzielle Weise brauchen und auf die wir nun lange durch die nötigen Corona-Regeln verzichtet haben. Umso besser, dass wir die Umarmung sicher bald wieder öfter erleben dürfen. Denn sie stärkt Körper und Seele auf verschiedenste Weise. Mindestens 20 Sekunden lang und natürlich mit einem guten Gefühl dabei sollte eine Umarmung sein – am besten einmal täglich.;)

Warum sind Umarmungen und Nähe so wichtig für uns Menschen?

Das hat ganz klar belegbare biochemische Gründe. Bei einer innigen Umarmung oder auch sanften und langsamen Berührungen wie einer Massage, wird im Körper das Hormon Oxytocin ausgeschüttet. In rauen Mengen flutet dieses beispielsweise auch den Körper der Mutter bei der Geburt. Oxytocin ist ein echtes Superhormon und stärkt uns und unsere Beziehungen, wenn wir uns umarmen, berühren oder Nähe erleben. Auch Endorphine – Glückshormone – werden durch angenehmen Körperkontakt und Umarmungen freigesetzt. Das baut Stresshormone ab und beruhigt mit der Zeit Atmung und Herzschlag. Dadurch entspannen wir und fühlen uns wohl. Berührungen beeinflussen also unsere Gefühle und sind gut für die menschliche Seele.

Menschen, die mit viel Nähe aufwachsen, gehen mit mehr Kraft ins Leben

Verschiedene, durchaus umstrittene Experimente zeigen, dass es entscheidend ist, wie viel körperliche Nähe Menschen insbesondere in ihren ersten zwei Lebensjahren erfahren. Wer als Baby und Kind mit viel positiver Nähe und Berührungen aufwächst, hat als erwachsener Mensch einen höheren IQ, ist seltener krank, hat weniger psychische Probleme und stabilere familiäre Beziehungen.

Umarmungen und echte Nähe stärken Körper und Seele des Menschen also schon in jüngsten Jahren auf elementare Weise. Studien belegen sogar, dass Berührungstherapien bei Frühgeborenen die Gewichtszunahme nahezu verdoppeln können. Wie genau ist noch nicht restlos erforscht, aber klar ist, dass der Tastsinn zu Beginn unseres Lebens stärker entwickelt ist als jeder andere Sinn. Berührungen sind damit eine erste Form von Kommunikation, eine erste Form von Sprache, wenn man so will. Und damit essentiell für den Menschen nach seiner Geburt. 

Regelmäßige Umarmungen halten uns gesund

Das eine ist die erlebte Nähe als Kind. Das andere ist die Nähe im Hier und Jetzt. Für Wen inniges Umarmen regelmäßiger Bestandteil des Alltags ist, der wird erwiesenermaßen seltener krank. Das liegt sicher auch an einem gewissen  Keimaustausch durch die Nähe zu Partner, Freunden und anderen Personen, die die Immunabwehr des Körpers stärkt. Aber eben auch an der positiven Wirkung einer richtig schönen Umarmung an sich. Oxytocin und Co sind ja wie gesagt ein Schmerz- und Stresskiller und Stress hemmt wiederum die Immunabwehr des Körpers. Es ist außerdem belegt, dass 20 Sekunden Umarmen Blutdruck und Herzschlag senken. Es wird angenommen, dass deshalb Menschen in stabilen Partnerschaften seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden. Auch bei akuten Krankheiten kann die regelmäßige Umarmung einen positiven Effekt für den Körper haben, wenn auch ihre präventive Wirkung stärker ist als ihre heilende.

Körperliche Nähe verbessert die Gruppendynamik

Nicht nur freundschaftliche Umarmungen, sondern sogar schon kleinere Berührungen können uns mit anderen Menschen in Einklang bringen. Unter bestimmten Umständen stärken sie nicht nur Körper und Seele, sondern natürlich auch die zwischenmenschlichen Beziehungen als solche. Unter Freunden, die sich viel umarmen, bei denen herzliche Berührungen und Nähe zum normalen Umgang miteinander gehören, gibt es beispielsweise weniger Aggressionen und Konflikte. Auch die Gruppendynamik einer Sportmannschaft wird enorm durch Berührungen gestärkt. Bei der NBA Saison 2008/09 haben US-Wissenschaftler analysiert, wie sich die Häufigkeit von Umarmungen sowie der im Sport praktizierten Po-Klapser und Schulter-Boxer auf die Spieler auswirken. Das Ergebnis: Je mehr Berührungen, desto mehr Zusammenarbeit und Vertrauen im Team und desto mehr Erfolge. In diesem Lebensbereich reichen schon kurze angenehme Berührungen, um Wertschätzung, Dankbarkeit und Ermutigung auszudrücken. Das stärkt die Seele jedes Einzelnen und die Mannschaft als solche.

Berührungen machen uns erfolgreicher

Dass die „touchy teams“ signifikant erfolgreicher waren als andere, liegt jedoch vermutlich nicht nur an der besseren Gruppendynamik. Es gibt weitere Untersuchungen die zeigen, dass kleine Berührungen kurz vor wichtigen Entscheidungen die Risikofreude erhöhen. Vermutlich haben sie eine bestätigende Wirkung und stärken die Selbstsicherheit. Interessanterweise bekommen Kellner, die ihre Gäste leicht am Arm oder der Schulter berühren dementsprechend auch mehr Trinkgeld. In jedem Fall sind wir bereit mehr zu geben und zu investieren, wenn wir herzliche Berührungen erfahren. Es ist eben alles ein Geben und ein Nehmen :).

Wer mehr umarmt, hat eine höhere Lebenserwartung

In unserer westlichen Kultur erfahren wir intensiveren Körperkontakt in erster Linie in unserer Paarbeziehung. So wundert es nicht, dass Menschen ohne Partner an ihrer Seite eine geringere Lebenserwartung haben und häufiger krank werden. Fehlende Nähe und Geborgenheit machen sich hier wohl leider bemerkbar. Die gute Nachricht ist: Auch das Knuddeln von Hunden versorgt Körper und Seele mit einem gesunden Hormoncocktail – wuff!:) Und natürlich auch ganz entscheidend: Freunde. Wer im Leben gute Freunde hat, ist in der Regel auch glücklicher und gesünder. Hier mehr darüber, was bestimmt wie viele Freunde wir haben. Mehr Infos zu weiteren wichtigen Faktoren für unsere Lebenswartung finden Sie hier. 

Heute schon jemanden in den Arm genommen?

Durch die Corona-Impfung bzw. das Abebben der Pandemie wird die Umarmung nach langer Zeit wieder Stück für Stück in unser alltägliches Leben zurückkehren. Entfernungen zu anderen werden abnehmen, es wird wieder mehr Nähe zu anderen Menschen geben - und das ist auch gut so. Wir werden es sicher mehr zu schätzen wissen als früher, umarmt zu werden und zu umarmen. Körper und Seele dürfen sich schon einmal darauf freuen - diesen Oxytocin-Rausch haben wir uns alle redlich verdient!:)

Haben Umarmungen Ihnen in den letzten Monaten gefehlt?

Für noch mehr Hochgefühle: Warum uns das Meer tatsächlich glücklicher macht...

...erfahren Sie im Basler Blog

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