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5 Vorurteile zur Sicherheit von Elektroautos

24. September 2020. Unruhe liegt in der Luft, Reibung, so vieles scheint derzeit im Aufbruch, im Wandel. Einiges davon kann Grund zur Sorge geben, anderes weckt Hoffnungen. Beispielsweise die stetig steigenden Verkaufszahlen von Elektroautos. Ist der Anteil der sogenannten Stromer auf den hiesigen Straßen zwar noch sehr klein, könnten wir dennoch am Anfang einer bedeutungsvollen Wende stehen. Schon mal über den Kauf eines Elektroautos nachgedacht? Den Gedanken wieder verworfen? Noch überwiegen häufig die Bedenken unter anderem in puncto Sicherheit. Dazu stellen wir die gängigsten Vorurteile auf den Prüfstein – hier im Basler Blog.

Es gibt mannigfaltige Horrorszenarien, rund um die Sicherheit von E-Autos – ist an dem einen oder anderen vielleicht doch etwas dran? Diese sind 5 der gängigsten Vorurteile:

Bei einem Unfall brennen Elektroautos schneller

Ja, die meisten der Vorurteile zur Sicherheit von Elektroautos drehen sich um Feuer und unlöschbare, heftige Brände. Sündenbock dieser Szenarien ist eindeutig die Batterie. Zugegeben, wenn diese bei einem Unfall deformiert wird, kann es zu einem sogenannten „Thermal Runaway“ kommen, bzw. die Batterie anfangen zu brennen. Da heißt es dann auch schleunigst wegrennen und dann dürfen auch nur die Fachleute ran (112). ABER: In der Regel ist der Akku so aufwändig und sicher am Unterboden „verpackt“, dass die Batterie selbst bei heftigen Kollisionen unbeschadet bleibt. Es gibt bislang keine Belege dafür, dass Elektroautos schneller brennen oder stärker brennen als Diesel/Benziner.

Erste Hilfe bei einem verunfallten E-Auto kann gefährlich sein

Also, sich einem verunfallten Auto zu nähern, birgt sicher immer ein gewisses nicht wirklich absehbares Risiko. Aber man muss definitiv nicht befürchten, dass ein Elektroauto nach dem Unfall irgendwie unter Stromspannung stehen könnte oder so etwas in der Art. Die Autos sind so entwickelt, dass das Hochvoltsystem bei einem Aufprall abgeschaltet wird. Das heißt, auch als Ottonormalverbraucher ohne spezielle E-Auto-Schulung sollte man Hilfe leisten, wenn nötig und möglich.

Beim Laden besteht Brandgefahr

Bei diesem Thema gilt ganz klar: Das Laden eines Elektroautos muss sachgemäß erfolgen. Ein Fachmann muss die Ladestation installieren und diese muss nach den entsprechenden Vorgaben gewartet werden. Hier kann und sollte man nicht nach eigenem Gutdünken vorgehen. Verläuft der stundenlange Ladevorgang unsachgemäß oder über eine veraltete Ladestation kann es tatsächlich zu einem erhöhten Widerstand im Stromkreis kommen, einem sogenannten Hotspot, der eine erhöhte Brandgefahr darstellen kann. Wenn aber alles fachmännisch installiert und betrieben wird, geht von einem geparkten E-Auto nicht mehr Gefahr als von jedem anderen Auto aus. Ein Elektroauto kann außerdem auch nicht überladen. Und auch Bedenken über etwaige entzündliche Gase, die die Batterie in Tiefgaragen beim Laden abgeben sollen, sind unbegründet.

Elektroautos sind teurer in der Versicherung

Der Versicherungsbeitrag für ein Auto bemisst sich aus der Typ- und Regionalklasse des Fahrzeugs, dem Schadenfreiheitsrabatt (bisher unfallfreie Fahrt), der Strecke, die man mit dem Auto jährlich so zurücklegt und weiteren Faktoren. Die Antriebsart als solche spielt für die Versicherung keine Rolle. Der GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherer) berichtet, dass die Schadensverläufe bislang auf keine großen Unterschiede bei Kosten und Häufigkeit der Schäden zwischen E-Autos und Diesel/Benzinern hinweisen.

Wenn der Akku beschädigt wird oder kaputt geht, kann es schnell sehr teuer werden. Daher empfiehlt sich definitiv eine Vollkaskoversicherung. In unserem Basler Kfz-Tarif All-in sind Batterie und Ladestation von Elektroautos jetzt auch vollumfänglich abgesichert. Alle wichtigen Infos dazu hier.

Fehlende Fahrgeräusche erhöhen die Unfallgefahr

Ok, hier kommen wir zu einem Punkt, der tatsächlich nicht zu unterschätzen ist. Eine Studie aus den USA hat erwiesen, dass bei E-Autos bzw. Hybriden (Wechsel zwischen Elektro- und Dieselantrieb möglich) die Unfallgefahr 2,5 mal so hoch ist, wenn elektrisch angetrieben wird. Beziehungsweise war es das derzeit, denn daraufhin wurde festgesetzt, dass Elektroautos mit künstlichen Fahrgeräuschen unterwegs sein müssen. Damit soll vermieden werden, dass der so lautlos dahingleitende Stromer nicht allzu schnell überhört wird. Vor allem auch zur Sicherheit von Kindern und älteren Menschen.

In Deutschland gibt es eine solche Verordnung für neue Elektroautos auch bereits seit 2014. Die künstlichen Fahrgeräusche sind jedoch nur bei einer Geschwindigkeit von bis zu 20 Stundenkilometern verpflichtend, da bei höheren Geschwindigkeiten die originären Fahrgeräusche des E-Autos ausreichend sein sollen. In den USA gilt diese akustische Signalpflicht für bis zu 30 km/h. Hier gibt es demnach keine länderübergreifende Regelung, so dass es letztlich auch dazu kommen kann, dass dasselbe Automodell in unterschiedlichen Ländern anders klingen kann. Beim Kauf eines E-Autos ist das sicher ein Punkt, den man vorab beachten sollte.  

Die Wende vorantreiben

Der Anteil von E-Autos bei den EU-weiten Neuzulassungen hat sich letztes Jahr trotz Corona-Krise verdreifacht, während die Verkaufszahlen von Dieseln und Benzinern verhältnismäßig gelitten haben. Dennoch machten diese immer noch 80% der Neuanschaffungen aus. Wer sich informiert, wird merken, dass die meisten Bedenken unzutreffend sind, so auch in puncto Sicherheit. Durch die staatlichen Förderungen relativieren sich auch die Kosten. Wer über ein neues Auto nachdenkt, sollte sich also Zeit für die für ihn richtige Entscheidung nehmen. Bestenfalls tut er damit nicht nur sich, sondern auch dem Rest der Welt einen Gefallen.

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