Brandschutz

Brandschutz kann Leben retten

Wussten Sie, dass die meisten Brandopfer nicht durch Flammen, sondern durch giftige Gase ums Leben kommen?

Die Kontrolle über das Feuer war ein wichtiger Schritt in der Entstehung menschlicher Kulturen und Zivilisationen. Doch wehe es gerät außer Kontrolle – dann kann es enormen Schaden anrichten.
Überhitztes Öl, unbeaufsichtigte oder defekte elektrische Geräte, brennende Zigaretten und noch nicht erkaltete Asche aus dem Ofen oder Kamin können eine Wohnung oder ein Haus in Sekunden in ein Flammenmeer verwandeln. Feuer kennt kein Mitleid.

Vernichtetes Hab und Gut ist ärgerlich, aber meist ersetzbar. Besonders tragisch ist, wenn bei einem Feuer Menschen verletzt oder gar getötet werden. Allein in Deutschland sterben pro Jahr rund 600 Menschen bei einem Brand, in Österreich sind es 40 bis 50, in der Schweiz 35 bis 40 Menschen.

Brandschutz: Fragen und Antworten

  • Was sind die größten Brandauslöser im Wohnbereich?

    Beinahe die Hälfte aller Brandfälle im deutschsprachigen Raum entfällt auf den privaten Bereich. Meistens werden die Bewohner im Schlaf überrascht und haben keine Chance, den Flammen zu entkommen.

    Besonders gefährlich sind Schwelbrände, die sich stundenlang an versteckten Stellen entwickeln und erst erkannt werden, wenn es fast schon zu spät ist. Nicht nur in den Flammen, auch im Rauch verbirgt sich die Tücke eines Brandes: Ein Großteil der Menschen stirbt an einer Rauchgasvergiftung, das heißt, der Sauerstofftransport im Körper ist blockiert und die Menschen ersticken trotz normal funktionierender Atmung.


    Die 3 großen Brandauslöser im Wohnbereich sind:

    1. Wärmeenergie: Herde, Öfen, überhitztes Fett, Bügeleisen, Fernseher, Monitore und Videorekorder, die in Schränken eingebaut und/oder stark verstaubt sind, etc.
    2. Offenes Feuer und Licht: Zigaretten, Kerzen, Duftlampen, Fondue etc.
    3. Elektrische Energie: durch Kabelbrand, Beleuchtungen, Schaltkästen, Heimwerkerarbeiten wie z. B. Trennschleifen, Schweißen oder Löten.
       

    Tipps zum richtigen Umgang mit Wärmeenergie und offenem Feuer
    Durch die Beachtung von einigen einfachen Regeln beim Umgang mit Geräten, die Hitze entwickeln, kann in der Regel das Schlimmste vermieden werden.

    • Kleider nicht auf Wärmegeräten trocknen. Besonders bei Heizlüftern kann es durch das Verdecken der Lüftungsschlitze zu einem Wärmestau kommen.
    • Öfen und Rauchrohre müssen mindestens 0,5 m von brennbaren Materialien entfernt sein. Bei geschlossenen Kachelöfen sollte der Abstand mindestens 25 cm und bei offenen Kaminen mindestens 1 m betragen.
    • Zum Anzünden von Festbrennstofföfen keine brennbaren Flüssigkeiten verwenden: Explosionsgefahr!
    • Der richtige Umgang mit offenem Feuer: Offenes Feuer ist romantisch und gemütlich. In einem unbeaufsichtigten Moment kann es aber auch seine zerstörerische Kraft entfalten.
    • Papierkörbe und Abfallkübel sind ein idealer Nährboden für Flammen. Zigarettenasche deshalb nie in Mülleimer oder gar Papierkörbe entleeren.
    • Rauchen Sie nicht im Bett, denn dies kann tödlich enden.
    • Die Asche aus dem Ofen immer erst am nächsten Tag entsorgen: Nur dann ist sicher, dass sie nicht mehr genug Wärme enthält, um Abfälle entzünden zu können.
    • Brennende Kerzen und Petroleumlampen nie unbeaufsichtigt herumstehen lassen, und schon gar nicht in der Nähe von brennbaren Materialien. Am besten stehen sie auf einer nicht brennbaren, hitzefesten Unterlage.
    • Streichhölzer und Feuerzeuge ziehen Kinder magisch an. Deshalb sollte man sie für die Kleinen unerreichbar aufbewahren.
    • Putzmittel, Holzpflegemittel und ähnliche Flüssigkeiten sind oft sehr leicht entflammbar. Bevor sie zum Einsatz kommen, sollte die Gebrauchsanweisung daher genau gelesen werden.
       

    Tipps zum Umgang mit elektrischer Energie
    Elektrische Energie ist praktisch, hat aber auch ihre Tücken. Manchmal genügt ein Funke, um eine Katastrophe auszulösen.

    • Achtung vor Kurzschlüssen: Elektrische Geräte stets ausstecken, d. h., Stecker rausziehen, wenn sie nicht benutzt werden. Defekte elektrische Geräte, Stecker und Schalter immer sofort von einem Fachmann reparieren lassen. Durch einen Kurzschluss entstehen Funken und Wärme, die zu Bränden führen können.
    • Elektrische Geräte sollten nicht in der Nähe brennbarer Materialien – wie zum Beispiel Vorhängen – stehen.
    • Achten Sie darauf, dass rund um Ihr Fernsehgerät mindestens 5 cm Freiraum sind, so dass die Wärme, die das Gerät produziert, ungehindert abziehen kann.
  • Wie funktionieren Rauchmelder?

    Ein Rauchmelder kann Leben retten. Trotzdem wird er kaum genutzt. Für die meisten Eigenheimbesitzer ist ein Rauchmelder kein Thema, obwohl die entstehenden Kosten minimal sind: Die Preise für optische Heimrauchmelder bewegen sich zwischen 9 und 60 EUR.
    Speziell in Kinderzimmern ist ein Rauchmelder unerlässlich, weil Kinder schon bei geringen Mengen von Rauchgas das Bewusstsein verlieren können. Kinder fürchten sich oft in der Dunkelheit und kommen auf die abenteuerlichsten Ideen, um heimlich Licht zu machen. Kerzen und Nachttischlampen mit darüber gehängten Tüchern oder Kleidungsstücken, damit das Licht nicht zu auffällig ist, haben häufig genug fatale Folgen.
    Optische Heimrauchmelder messen mit empfindlichen Sensoren die Konzentration der Rauchpartikel in der Luft. Ist eine bestimmte Dichte erreicht, wird ein lauter, pulsierender Alarmton ausgelöst (Zigarettenrauch führt in der Regel nicht zu einem Alarm). Auf diese Weise werden z. B. Schlafende zu einem Zeitpunkt alarmiert, zu dem sie sich und Angehörige noch retten können. Selbst durch geschlossene Türen ist der Ton von mindestens 85 Dezibel hörbar. Bei einigen Modellen können mehrere Melder über Kabel oder Funk so verbunden werden, dass alle gleichzeitig Alarm schlagen – in mehrgeschossigen Häusern eine wertvolle Hilfe. Manche Hersteller bieten sogar eine Funkzentrale zur Überwachung an. Grundsätzlich gehören in alle Häuser und Wohnungen, insbesondere in Kinderzimmer, Rauchmelder. Diese schlagen Alarm, wenn ein Brand entsteht – egal aus welchen Ursachen.


    Tipps zum Rauchmelder

    • Rauchmelder sollten der technischen Richtlinie TRVB N 115/2000 entsprechen und zumindest in den Schlafräumen und im Vorraum montiert werden.
    • Bringen Sie den Rauchmelder laut Montageanleitung am besten in der Mitte der Zimmerdecke an.
  • Worauf ist zur Weihnachts- und Adventszeit besonders zu achten?

    Wussten Sie, dass bei einem Brand bereits nach 90 Sekunden von einem trockenen Weihnachtsbaum nichts mehr übrig ist? Dafür steht das Zimmer lichterloh in Flammen!

    Advent, Advent – das Zimmer brennt ... Adventskränze und manche Weihnachtsbäume sind oft schon beim Kauf relativ trocken. Die Kunstwerke aus bunten Schleifen und Bändern, Strohsternen, Tannenzapfen, Engelshaar oder Ähnlichem bieten bereits dann die ideale Unterlage für einen Brandherd.
    Noch schlimmer wird es, wenn Reisigzweige und Tannennadeln durch die Heizungsluft ausgedörrt sind – dann ist die Entflammbarkeit extrem hoch. Kleine Ungeschicklichkeiten mit brennenden Streichhölzern oder Kerzen reichen aus, um Adventskranz oder Weihnachtsbaum zu entzünden. Vor allem auf Kinder hat offenes Feuer eine magische Anziehungskraft. Sie kommen leicht in Versuchung, mit brennenden Kerzen zu hantieren.
     

    Tipps zur Weihnachtszeit

    • Adventskranz oder Weihnachtsbaum bis zum Gebrauch möglichst kühl aufbewahren, beispielsweise im Garten, auf dem Balkon oder im Keller. Sollten Kranz oder Baum bereits beim Kauf Nadeln verlieren, ist besondere Vorsicht geboten – die Zweige sind schon staubtrocken und damit brandgefährlich.
    • Achten Sie auf ausreichend Abstand von Vorhängen, Tischtüchern oder anderen leicht entflammbaren Gegenständen.
    • Verwenden Sie keine Kerzenhalter aus brennbaren Materialien.
    • Überprüfen Sie vor dem Zubettgehen oder Verlassen der eigenen vier Wände, dass keine Kerzen mehr brennen.
    • Steigen Sie im Sinne der Sicherheit auf elektrische Weihnachtsbaumbeleuchtung um. Achten Sie beim Kauf auf das VDE- oder ÖVE-Sicherheitszeichen.


    Falls Sie auf Wachskerzen nicht verzichten möchten:

    • Weihnachtsbäume standsicher aufstellen (z. B. Baumspitze mit einem dünnen Draht an der Decke sichern).
    • Kerzen in nicht brennbaren Haltern senkrecht auf stabile Äste montieren, dabei mindestens 20 cm Abstand zu Ästen und Dekorationsmaterial einhalten, denn Strohstern, Engelshaar und Co. bilden eine ideale Brandunterlage.
    • Die Kerzen von oben nach unten anzünden.
    • Brennende Kerzen nie unbeaufsichtigt lassen. Selbst eine kurze Abwesenheit, zum Beispiel wegen eines Telefonats, kann zur Katastrophe führen.
    • Ersetzen Sie abgebrannte Kerzen rechtzeitig.
    • Vorsichtshalber einen Eimer mit Wasser oder eine volle Gießkanne bereitstellen.
  • Kinder und Kerzen: welche Sicherheitsmaßnahmen sind sinnvoll?

    Wenn es draußen stürmt und schneit, spenden Kerzen warmes Licht und verbreiten eine kuschelige Atmosphäre. Kerzenschein sorgt für eine festliche Stimmung, und Kinderaugen leuchten auf, wenn Flammen züngeln. Neugier und Freude an der heißen Lichtquelle stehen in einem Spannungsfeld mit der Angst der Kleinen vor dem Verbotenen und den Gefahren durch Feuer.
     

    Tipps zu Kindern und Kerzen

    • Als Erstes sollten Kinder die Regeln für den richtigen Umgang mit Feuer und Kerzen kennen lernen. Achten Sie darauf, dass diese Regeln dann auch konsequent eingehalten werden. Dazu gehört, dass Sie Ihren Kindern zeigen, wie Kerzen richtig angezündet, aber auch richtig gelöscht werden.
    • Sprechen Sie mit Ihren Kindern über die Gefahren, die vom Feuer ausgehen.
    • Betonen Sie stets, dass brennende Kerzen Aufmerksamkeit verlangen und nie allein gelassen werden dürfen.
    • Kinder dürfen nie unbeaufsichtigt in der Nähe von offenen Flammen, z. B. brennenden Kerzen, Duftlampen oder Fondue-Sets, bleiben.
    • Kinder mögen Feuer. Feuerzeuge und Streichhölzer nicht offen herumliegen lassen, damit sie gar nicht erst auf die Idee kommen können, Feuer zu machen. Besonders in Haushalten von Rauchern ist die Gefahr groß, dass Kinder völlig selbstverständlich damit spielen, weil sie es bei den Erwachsenen dauernd beobachten.
       

    So leiten Sie Ihre Kinder im sicheren Umgang mit Feuer an
    Folgender Fragenkatalog kann helfen, richtig vorbereitet zu sein und Ihren Kindern die nötigen Sicherheitsmaßnahmen anschaulich zu vermitteln.

    • Ist der Kerzendocht einfach anzuzünden?
      Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Länge des Dochts; dieser darf weder zu lang noch zu kurz sein.
    • Stehen die Kerzen sicher?
      Wegen der Kippgefahr keine zu hohen Kerzen und Kerzenständer benutzen. Sehr gut eignen sich standfeste, dicke Kerzen von mindestens 4 cm Durchmesser. Kerzen müssen auf nicht brennbaren oder feuerfesten Unterlagen stehen (z. B. flache Teller oder Tonuntersetzer). Es darf kein brennbares Material (Vorhänge, Dekoration, Servietten, trockene Zweige, Kleidung) in direkter Nähe sein. Sorgen Sie für ausreichend Distanz. Besonders schnell brennen synthetische Materialien.
    • Ist das Kind sicher angezogen?
      Bevor Kinder Streichhölzer anzünden, ist darauf zu achten, dass sie keine weite, flatternde Kleidung tragen und lange Haare zurückgebunden sind.
    • Stehen Mittel zum Löschen bereit?
      Sie sollten einen Eimer mit Wasser oder eine gefüllte Gießkanne griffbereit haben. Auch ein großer Pfannendeckel bzw. eine Wolldecke sind geeignet, Flammen zu ersticken.
    • Was tun, wenn sich ein Kind trotz aller Vorsicht verbrennt? 
      Am besten machen Sie sich schon vorher erneut mit den Regeln zur Ersten Hilfe bei Verbrennungen vertraut. Verwahren Sie Notrufnummern immer in Nähe des Telefons.
    • Was muss beim Löschen der Kerze beachtet werden?
      Wenn es ans Löschen der Kerze geht, ist Vorsicht wegen des heißen Wachses geboten. Beim Ausblasen können Wachstropfen schmerzhafte Verbrennungen verursachen. Das Ausblasen der Kerzen ist zwar die gängigste Methode, aber es empfiehlt sich, die Flamme mit speziellen Kerzenlöschern zu ersticken.
       

    Kleiner Aufwand, große Wirkung: kindersichere Feuerzeuge
    Für europäische Kinder sind Feuerzeuge nach wie vor eine Gefahr. Während in den USA seit 1994 alle Wegwerffeuerzeuge mit einer Kindersicherung ausgestattet sein müssen, wird in der Europäischen Union seit Jahren diskutiert. Diese einfache technische Lösung würde das Zündeln für Kinder praktisch unmöglich machen. Dieser Mechanismus kostet nichts extra, macht Feuerzeuge für Erwachsene in der Anwendung nicht komplizierter und dient der Sicherheit.
    Bei Feuerzeugen mit Zündrad verhindert ein kleiner, schmaler Metallreifen, dass Finger zum Zündrad kommen können. Feuerzeuge mit Piezo-Zünder sind mit einer Arretierung des Druckknopfs versehen, die kleine Kinder ebenfalls nicht lösen können.

  • Was tun, wenn heißes Fett zu brennen beginnt?

    Fettbrände sind Brände von über ihren Brennpunkt erhitzten Speisefetten oder -ölen, die meist im Küchenbereich auftreten. Problematisch sind Fettbrände, weil Löschversuche mit Wasser zu einer Fettexplosion führen.

    Tipps zu brennendem Fett

    • Heißes Fett nie unbeaufsichtigt auf dem Herd stehen lassen; vor allem altes Öl entzündet sich sehr leicht. Sollte das Öl Feuer fangen, darf auf keinen Fall mit Wasser gelöscht werden! Die richtigen Löschmittel für Fettbrände sind:
       
    • Ersticken mit einem Deckel
    • Ersticken mit einer Löschdecke
    • Löschen mit einem für Brandklasse B geeigneten Feuerlöscher
       
    • Brennende Töpfe, Pfannen und Fritteusen auf keinen Fall aus dem Fenster oder vom Balkon werfen; sie könnten vorbeigehende Passanten treffen und verletzen.

    Tragen Sie niemals brennende Gegenstände an eine andere Stelle. Durch den Luftzug werden die Flammen auf Hände und Arme gelenkt – schwere Verbrennungen können die Folge sein.