Wohnungsrundgang

Prüfen Sie Ihren Wohnraum auf Gefahren

Die eigene Wohnung, das eigene Haus – natürlich soll der eigene Wohnbereich dem persönlichen Geschmack entsprechen und Sie sollen sich wohlfühlen. Um das alles genießen zu können, sollten Sie Ihren Wohnraum aber auch auf mögliche Gefahren prüfen.

Einfache vorbeugende Sicherheitsmaßnahmen können Unfälle zu Hause leicht verhindern. Wir laden Sie ein, uns auf einem Rundgang durch eine typisch eingerichtete Wohnung zu begleiten.

Wohnungsrundgang: Raum für Raum

  • Flur

    Der Flur ist der Raum, den Sie am häufigsten betreten. Achten Sie daher ganz besonders auf eine gute Beleuchtung, um Hindernisse und Stolperfallen sofort sehen zu können. Ein geordneter Flur, in dem alles seinen Platz hat, erleichtert den Alltag.
     

    Tipps für einen sicheren Flur

    • Praktisch ist eine Sitzgelegenheit, um die Schuhe an- und auszuziehen und hier mögliche Stürze zu vermeiden. Garderobenhaken sollten sich daher auch in Augenhöhe befinden.
    • Tragen Sie Hausschuhe mit rutschhemmenden Sohlen oder Socken mit Gumminoppen.
    • Achten Sie auf eine dünne, rutschfeste Fußmatte.
    • Am besten ist es, wenn Lichtschalter in allen Räumen von der Tür aus erreichbar sind, damit Sie nicht im Dunkeln ein Zimmer betreten müssen.
    • Praktisch sind Lampen, die mit einem Bewegungsmelder verbunden sind und sich beim Betreten des Raumes "von selbst" einschalten.
       

    Sicherheit für Kinder im Flur

    • Montieren Sie kippsichere oder mit der Wand verschraubte Kleiderablagen und Schuhschränke.
    • Auch Ihre Kinder sollten Hausschuhe bzw. Socken mit rutschhemmenden Sohlen oder Gumminoppen tragen.
       

    Sicherheitstipps für Senioren

    • Wenn möglich, lassen Sie Türschwellen abtragen oder farbig markieren. Vor allem für Personen mit eingeschränkter Mobilität erleichtert ein barrierefreier Hauseingang das tägliche Leben.
    • Alles, was Sie beim Kommen und Gehen brauchen, hat seinen festen Platz: ein langer Schuhlöffel, Schlüsselbrett, Schirm und Stock, eine Kommode zur Aufbewahrung von Schals und Handschuhen.
    • Im Hinblick auf barrierefreies Wohnen sollte auf Türbreiten von mindestens 80 cm, noch besser 90 cm geachtet werden.
    • Sehr praktisch ist ein Türsystem mit Türantrieb, das Türen automatisch öffnet und schließt.
  • Wohnzimmer

    Das Wohnzimmer ist der Ort des Treffens und des Entspannens. Bei der Gestaltung des Raums stehen diese Anforderungen im Vordergrund, aber auch hier lauern Unfallgefahren, die Sie vermeiden sollten.
     

    Tipps für ein sicheres Wohnzimmer

    • Vermeiden Sie Kabelsalat durch Kabelkanäle oder Kabelschellen.
    • Kontrollieren Sie Kabel regelmäßig auf Beschädigungen.
    • Machen Sie Teppiche z. B. mit Anti-Rutsch-Streifen oder rutschfesten Unterlagen rutschsicher. 
      Verzichten Sie auf kleine, rutschende Teppiche.
    • Möbel, die Sie nicht wirklich benutzen, sollten Sie entfernen, damit Sie sich frei bewegen können.
       

    Kinder

    • Sichern Sie Möbelkanten mit Kantenschutz.
    • Montieren Sie Regale mit Kippschutz.
    • Versehen Sie Schubladen und Schränke mit Sperren.
    • Verwenden Sie Türstopper bzw. Türbremsen – dies bewahrt vor eingeklemmten Fingern.
    • Machen Sie große Glasflächen kenntlich – Kinder nehmen sie sonst oft nicht wahr.
    • Wenn Glasflächen benutzt werden, dann sollten sie aus Sicherheitsglas bestehen. Dieses zerbricht eher schwer, und falls doch, dann splittert es in kleine ungefährliche Teile.
    • Steckdosen befinden sich für Kleinkinder oftmals beim Krabbeln und Spielen genau in Sichthöhe und sind damit von besonderem Interesse. Deshalb sollten Steckdosen immer durch spezielle Kinderschutzsteckdosen gesichert werden.
    • Tischdecken gelten als besondere Gefahrenquellen für Verbrennungen oder Verbrühungen. Verzichten Sie daher nach Möglichkeit auf Tischdecken oder verwenden Sie Tischtuchhalter.
    • Vermeiden Sie giftige Pflanzen in Haus und Garten.
       

    Senioren

    • Praktisch sind Ohrensessel mit stabilen Armlehnen, die das Aufstehen erleichtern.
    • Zu niedrige Sitzgelegenheiten erschweren das Aufstehen – der Tischler kann sie leicht erhöhen.
    • Bewegbare Gardinenleisten erleichtern das Auf- und Abhängen von Vorhängen.
    • Spezielle Fenster erleichtern dank eines tiefer positionierten Spezialgriffs das Auf- und Zumachen.
  • Küche

    Die Küche ist sowohl ein Arbeitsplatz als auch ein beliebter Aufenthaltsraum. Wenn sie übersichtlich und praktisch eingerichtet ist, gehen Ihnen viele Arbeiten leichter und sicherer von der Hand.
     

    Tipps für eine sichere Küche                             

    • Ihre Küche sollte gut beleuchtet sein und über eine Sitzmöglichkeit verfügen, denn viele Tätigkeiten lassen sich auch gut im Sitzen ausführen.
    • Herd und Spüle sollten nahe beieinander stehen; eine großzügige, gut beleuchtete Arbeitsfläche beim Herd erleichtert die Arbeit.
    • Praktisch sind Einhand-Mischbatterien mit eingebautem Thermostat, die Sie vor Verbrühungen schützen.
    • Dinge, die Sie täglich brauchen, sollten leicht zu erreichen sein.
    • Vermeiden Sie frei liegende Kabel.
    • Schadhafte Geräte sofort vom Fachhändler reparieren lassen.
    • Pfannenstiele nach hinten richten, damit Sie nicht hängen bleiben.
    • Bewahren Sie gefährliche Flüssigkeiten (Reiniger, Kalklöser) immer im Originalbehälter mit Originaletikett auf, damit es nicht zu Verwechslungen kommt.
       

    Kinder

    • Kochen Sie auf den hinteren Platten, damit die Kinder keine Töpfe herunterreißen und sich verbrühen können.
    • Lange Stiele von Pfannen immer nach hinten drehen, damit die Kleinen nicht herankommen können.
    • Bringen Sie ein Herdschutzgitter und eine Schalterabdeckung für die Drehknöpfe am Herd an.
    • Versehen Sie Schubladen und Schränke mit Kindersperren.
    • Putzmittel und Haushaltschemikalien immer außer Reichweite der Kinder aufbewahren. Das hilft, Verätzungen oder Vergiftungen zu vermeiden.
    • Ein Kinderhochstuhl ist zwar praktisch, aber das Kind kann u.U. herausfallen, wenn es aufzustehen versucht, oder es kann durchrutschen. Achten Sie schon beim Kauf auf Stabilität und Kippsicherheit, Fußstütze und Sprosse zwischen den Beinen müssen vorhanden sein. Ein stets angelegter Schritt- und Hüftgurt erhöht die Sicherheit des Kindes. Manchmal ist eine Fixierung des Hochstuhls am Tisch möglich.
    • Vorsicht, wenn Sie heiße Getränke zu sich nehmen: Sie könnten Ihr Kind verbrühen, wenn Ihnen die Tasse entgleitet. Speziell beim Stillen sollten Sie aufpassen, damit Sie Ihr Baby nicht verletzen.
       

    Senioren

    • Benutzen Sie Reinigungsgeräte, das erspart Bücken oder Klettern.
    • Bewahren Sie alles, was Sie oft brauchen, in bequemer Höhe auf. Praktisch ist ein Kühlschrank in Sichthöhe.
    • Auszüge, Schubladen oder einfache Plastikkörbe erleichtern das Herausnehmen von Geschirr oder Lebensmitteln aus den Unterschränken.
    • Der Bodenbelag sollte rutschhemmend sein.
    • Für ein barrierefreies Leben in der Küche gibt es spezielle Möbel: Einfach bedienbare Höheneinstellungen der Schränke und Arbeitsflächen sowie voll unterfahrbare Arbeitsflächen machen die Arbeit leichter.
  • Badezimmer

    Um im Badezimmer keine "Ausrutscher" zu erleben, folgen hier die wichtigsten Sicherheitshinweise.
     

    Tipps für ein sicheres Badezimmer

    • Frei bewegliche elektrische Geräte wie Föhn oder Rasierapparat für die Zeit des Badens und Duschens wegräumen.
    • Gasdurchlauferhitzer erzeugen giftiges Kohlenmonoxid – sorgen Sie daher für ausreichende Belüftung und lassen Sie das Gerät regelmäßig warten.
    • Sichern Sie Badezimmerteppiche durch eine rutschfeste Unterseite.
    • Eine Gummimatte mit Saugnäpfen in Dusche oder Badewanne sorgt für Halt.
       

    Kinder

    • Kleinkinder sind in einer stabilen Kinderbadewanne mit einer rutschsicheren Einlage, einer sogenannten Wannenmatte, gut aufgehoben.
    • Besonders Acht geben muss man auf die richtige Wassertemperatur (38° C): Überprüfen Sie sie mit Thermometer und Unterarm, bevor Sie das Baby in die Wanne setzen.
    • Thermostate zur Temperaturbegrenzung helfen, Verbrühungen zu verhindern.
    • Sollten Sie Medikamente im Badezimmer aufbewahren, dann in einem abschließbaren Schrank und für Kinder unerreichbar.
       

    Senioren

    • Bringen Sie Haltegriffe zum Beispiel in der Dusche, bei der Wanne und bei der Toilette an.
    • Montieren Sie einen Duschhocker: Er ist bequem und Sie können im Sitzen duschen und strengen sich weniger an als im Stehen. Ein warmes Bad oder eine Dusche dient nicht nur der Körperpflege, sondern auch der Entspannung.
    • Badezimmer- und WC-Türen sollten nach außen aufgehen und für Helfer zu öffnen sein.
    • Heizstrahler sollen fest an der Wand montiert sein.
    • Erhöhte WC-Sitze erleichtern das Aufstehen.
    • Wannen mit speziellen Einstiegsmöglichkeiten vereinfachen den Einstieg in die Wanne.
    • Voll unterfahrbare und höhenverstellbare Waschbecken sind für Rollstuhlfahrer eine große Hilfe.
  • Schlafzimmer

    Ordnung rund ums Bett schützt vor möglichen Unfällen. Wenn man in der Nacht aufsteht, etwa um zur Toilette zu gehen, ist der Kreislauf noch aufs Schlafen eingestellt und man stolpert besonders leicht.
    Die richtige Beleuchtung ist auch im Schlafzimmer wichtig. Auf plötzliches grelles Licht kann sich das Auge nicht sofort einstellen: Kurz nach dem Einschalten sieht man schlecht. Auf jeden Fall sollten Sie vom Bett aus ein gedämpftes Licht anmachen können. Und vielleicht finden Sie ein Nachtlicht angenehm, das ständig für eine kleine Lichtquelle sorgt.
     

    Tipps für ein sicheres Schlafzimmer

    • Praktisch ist ein Telefon neben dem Bett, besonders im Krankheitsfall.
    • Entfernen Sie Gegenstände, über die Sie stürzen können, wenn Sie z. B. in der Nacht zur Toilette gehen.
       

    Senioren

    • Richten Sie sich langsam auf und zählen Sie bis zehn, bevor Sie aufstehen.
    • Aus einem erhöhten Bett stehen Sie leichter auf.
    • Es gibt spezielle Kleiderschränke mit Kleiderlifts und Karussells, die einen einfachen Zugang zur Kleidung gewährleisten.
  • Kinderzimmer

    Wenige Eltern wissen, dass bei Unfällen bis zum Vorschulalter Säuglinge überproportional betroffen sind. Ihr Unfallrisiko ist höher als bei allen anderen Altersgruppen. Neben Stürzen und thermischen Verletzungen ist Tod durch Ersticken die größte Gefahr für den Säugling; solche tragischen Unfälle ereignen sich vor allem im Bett.
    Ein Sturz ist bei Kleinkindern die häufigste Unfallart überhaupt, im Babyalter vor allem vom Wickeltisch. Die meisten Stürze bleiben ohne große Folgen; mitunter kommt es allerdings zu Schädelverletzungen, die schwerwiegende Behinderungen nach sich ziehen. Tödliche Verletzungen sind glücklicherweise selten. Die Unfälle passieren häufig, wenn die Mutter oder Betreuungsperson kurzfristig abgelenkt ist, weil sie beispielsweise eine Windel oder ein frisches Hemdchen sucht. Für die Entwicklung des kindlichen Bewegungsapparats gibt es keine starren Regeln. Was ein Kind gestern noch nicht konnte, beherrscht es heute plötzlich. Deshalb ist besonders am Wickeltisch entsprechende Vorsicht nötig.
     

    Tipps für ein sicheres Kinderzimmer

    • Meiden Sie kleinteiliges Spielzeug und entfernen Sie kleine Gegenstände wie z. B. Knöpfe aus der Reichweite von kleinen Kindern. Sollten sie diese Teile verschlucken oder sich in die Nase stecken, besteht die Gefahr des Erstickens.
    • Knöpfe und andere kleine Teile am Spielzeug sind auf festen Sitz zu überprüfen – unterschätzen Sie dabei die Kraft Ihres Kindes nicht.
    • Kaufen Sie nur Spielzeug, das mit dem CE-Zeichen, der europäischen Norm, versehen ist.
       

    Tipps für einen sicheren Wickeltisch

    • Die Wickelfläche sollte möglichst groß sein und die Auflage deutlich erhöhte seitliche Ränder haben.
    • Das sicherste Prinzip beim Wickeln heißt: eine Hand am Kind. Kleinkinder sollten auf dem Wickeltisch keinen Augenblick alleine gelassen werden.
    • Damit es möglich ist, Ihr Kind ständig "im Griff zu haben", sollten Sie alle Wickelutensilien vorher bereitlegen; die Pflegemittel gehören dabei auf eine eigene Ablage außerhalb des Aktionskreises des Kindes.
    • Nehmen Sie Ihr Kind mit, falls Sie plötzlich zur Tür oder ans Telefon müssen.
       

    Tipps fürs Kinderbett

    • Schnüre, Bänder und Schlaufen gehören nicht in oder an das Bettchen.
    • Dicke, schwere Kissen stellen eine besondere Gefahr dar.
    • Die Kinderbettdecke sollte möglichst leicht und am Fußende anzubinden sein. Besonders sicher ist ein Babyschlafsack.