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Muss die Autoversicherung bei einem Abschleppunfall zahlen?

In der Regel springt bei einem selbstverursachten Verkehrsunfall, bei dem Schäden am eigenen Fahrzeug entstehen, die Vollkasko ein. Doch wer sein Auto selbst abschleppt und Auffahrunfall verursacht, muss laut einem Gerichtsurteil nachweisen, dass der Unfall nicht selbstverschuldet ist, trotz Autoversicherung. Und das ist letztendlich teurer als die Abschleppkosten.

Wer selbst abschleppt, muss besonders vorsichtig sein, vor allem dann, wenn das Auto mit Seil statt mit Stange gezogen wird.

Eine Autopanne ist ärgerlich, kann aber jedem mal passieren. Will das Auto partout nicht mehr fahren, gibt es meistens nur noch die Möglichkeit, es abschleppen zu lassen. Die meisten Fahrzeughalter sind zwar entweder Mitglied beim ADAC oder einem ähnlichen Verband oder haben eine Mobilitätsgarantie vom Fahrzeughersteller und können sich so auf einen kostenlosen Pannendienst verlassen. Doch ohne einen solchen Service muss man die Abschleppkosten selbst tragen. Je nach Entfernung können dabei mehrere hundert Euro anfallen. Da greift manch einer einfach zu Abschleppseil oder -stange und lässt sein Auto von einem anderen Fahrzeug ziehen. Doch Vorsicht: Geht dabei etwas schief, zahlt die Kfz-Versicherung eventuell nicht für den beim Abschleppunfall entstandenen Schaden.

Urteil des Oberlandesgerichts München: Autoversicherung muss nicht für Abschleppunfall zahlen

So entschied beispielsweise das Landesgericht München in einem Urteil vom 15.07.2016, dass der Fahrer eines abschleppenden Fahrzeuges durch einen selbstverschuldeten Fahrfehler einen Auffahrunfall verursacht hätte. Den dadurch resultierenden Totalschaden wollte die Versicherung in diesem Fall nicht übernehmen, obwohl der Versicherte eine Vollkasko hatte. Der betroffene Fahrzeughalter ging bis vors Oberlandesgericht – und verlor auch in dieser Instanz. Das OLG München entschied, dass der Versicherte in der Nachweispflicht lag (OLG München, Endurteil v. 24.03.2017 – 10 U 3749/16). Dieser rechtfertigte seine Forderung damit, dass sein Sohn, der das Zugfahrzeug fuhr, wegen eines entgegengekommenen Motorradfahrers stark abbremsen musste.

Vollkasko übernimmt nicht bei jedem selbstverschuldeten Verkehrsunfall

Das Problem: Es gab keine objektiven Beweise dafür, dass der Verkehrsunfall nicht selbstverschuldet war. Die Richter mussten daher davon ausgehen, dass der erst 18 Jahre alte Sohn des Ferrari Besitzers aufgrund seiner Unerfahrenheit einen Fahrfehler beging und damit die Kollisionen verursachte. Somit musste der Versicherte selbst für den entstandenen Totalschaden aufkommen. Ursprünglich hatte er auf Zahlung von 35.000 Euro (zuzüglich Zinsen und außergerichtlicher Rechtsverfolgungskosten) geklagt, die seiner Meinung nach durch die Vollkaskoversicherung hätte gedeckt werden müssen.

Fehlende Servolenkung und Bremshilfe erschweren das Reagieren

Ein Abschleppvorgang ist ein schwieriges Unterfangen. Ihn selbst durchzuführen erfordert also ein gewisses Maß an Erfahrung im Umgang mit Kraftfahrzeugen sowie viel Konzentration ab, ob nun mit einem Abschleppseil oder mit einer Stange. Sowohl der Fahrer des ziehenden als auch der des abgeschleppten Fahrzeuges müssen sich untereinander gut koordinieren. Letzteres muss zudem ohne Bequemlichkeiten wie Servolenkung oder Bremshilfen auskommen, was das Manövrieren und zeitiges Reagieren auf unerwartetes Bremsen des Vordermannes/der Vorderfrau zusätzlich erschwert.

Tipp: Besser gleich eine Autoversicherung inklusive Pannenservice abschließen und Abschleppkosten sparen

Bevor Sie also selbst abschleppen, schließen Sie lieber gleich eine Versicherung ab, in der auch ein Pannenservice enthalten ist. Mit der Basler All-in Kfz-Versicherung kommt es beispielsweise erst gar nicht zu einem Abschleppunfall – wir übernehmen einfach die Abschleppkosten für Sie, damit Ihr Fahrzeug sicher zur nächsten Werkstatt gebracht wird. Die Basler All-in enthält nämlich einen Unfall- und Pannenservice mit jeder Kaskoversicherung ohne Aufpreis. Darüber bietet sie noch weitere Vorteile wie:

  • einen VerkehrsopferSchutz
  • eine Neuwert-/Kaufwertentschädigung für bis zu 24 Monate (bei Verlust zwölf Monate)
  • Parkschadenschutz
  • eine Mallorca-Police für Mietwagen im Ausland.

Und für den Fall, dass Sie mit Ihrem Pkw einem anderen liegengebliebenen Fahrzeug trotzdem einmal Abschlepphilfe leisten wollen, bietet Basler All-in ein ganz besonderes "Schmankerl": Entgegen der sonst geltenden Rechtslage übernimmt die Vollkaskoversicherung der Basler Schäden an Ihrem Pkw, die durch das gezogene Fahrzeug an Ihrem Auto entstanden sind. Dies gilt sogar auch für Schäden, die durch einen gezogenen (Wohnwagen-) Anhänger verursacht wurden.

Sollten Sie also auf der Suche nach einer Autoversicherung sein, die Ihnen einen lückenlosen Rundum-Service bietet, ist die Basler All-in das richtige Produkt für Sie.