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Erste Wohnung – so sind Sie im Schadenfall richtig versichert

Ob Wasserrohrbruch oder Kratzer im nagelneuen Parkett – es muss nicht einmal die eigene Schuld sein. Trotzdem muss man als Wohnungsmieter für entstandene Schäden aufkommen. Und die können schnell riesige Größenordnungen annehmen. Mit welchen Versicherungen Sie sich wirkungsvoll schützen können – das erklären wir hier.

Schäden an fremdem Eigentum – die Privathaftpflicht

Wer jemandem einen Schaden zufügt, muss dafür auch aufkommen – und das in voller Höhe. So steht es im Bürgerlichen Gesetzbuch. Schäden an fremdem Wohneigentum können dabei schnell hohe Summen erreichen – aus diesem Grund ist eine private Haftpflichtversicherung für Mieter unerlässlich.

Bei Schäden an der Mietsache

Die Privathaftpflicht kommt für Haftpflichtansprüche aus Schäden am Eigentum Dritter auf. Im Falle von Wohnräumen sind das Schäden an der Mietsache, die Sie als Mieter dem Vermieter als Eigentümer verursachen. Der Versicherungsschutz umfasst dabei sowohl Sach- als auch Personen- und Vermögensschäden. Vorausgesetzt, diese sind unabsichtlich entstanden.

Der Leistungsvergleich bei der Haftpflicht lohnt sich. Denn je nach Tarif sind auch Gefälligkeits- und Allmählichkeitsschäden mitversichert. Wie wichtig dies ist, zeigen zwei einfache Beispiele, die schnell passiert sind:

  1. Helfen Sie einem Freund bei seinem Umzug und lassen dabei versehentlich den teuren Flatscreen fallen, kommt weder seine, noch ihre eigene Haftpflicht dafür auf. Haben Sie bei Ihrer Privathaftpflichtversicherung sogenannte Gefälligkeitsschäden mitversichert, kommt sie jedoch dafür auf.
  2. Sie möchten selbst umziehen und entdecken beim Ausräumen der Möbel aus der alten Wohnung, dass es hinter dem großen Schrank an der Wohnungswand schimmelt. In diesem Fall zahlt die Haftpflichtversicherung nur, wenn Allmählichkeitsschäden mitversichert sind. Falls nicht, müssen für den Schaden Sie selbst aufkommen.

 

Schäden an eigenem Eigentum – die Hausratversicherung

Die Hausratversicherung ist keine Pflichtversicherung. Trotzdem ist ihr Abschluss sinnvoll. Denn sie ersetzt Ihnen bei Schaden oder Verlust den Neuwert Ihres Inventars, z. B. in ihrer Wohnung. Eingeschlossen sind neben Möbeln auch Gegenstände wie Schmuck, Kleidung oder Elektrogeräte.

Hausratversicherung auf einen Blick

Der Versicherungsschutz erstreckt sich auf Beschädigungen und Verluste an Ihrem Hausrat, die durch externe Gefahren wie Einbruch-Diebstahl, Leitungswasser, Feuer, Sturm, Blitzschlag, Hagel oder Überspannung entstanden sind.

Da der komplette Ersatz des Wohnungsinventars in diesen Fällen schnell hohe Summen verschlingen kann, achten Sie unbedingt auf eine ausreichend hohe Versicherungssumme. Ein regelmäßiger Check hilft abzuschätzen, ob diese dem Haushaltswert noch entspricht. Ist dies nicht der Fall: unbedingt anheben, damit die Deckungssumme ausreicht, um ggf. Ihr komplettes Wohnungsinventar zu ersetzen. Als Richtwert gelten mindestens 650 Euro pro m2 Wohnfläche.

Tipp: Wer eine Hausratversicherung hat, braucht sein Reisegepäck nicht extra zu versichern: Denn die Hausrat greift auch im Urlaub und ersetzt Einbruch-/Diebstahl-Schäden an Ihrem Eigentum – etwa von Koffer, Sportgerät und Co.

Teilen Sie Ihrem Versicherer Schäden an eigenem Eigentum umgehend mit. Denn wer Fristen verpasst, verwirkt u. U. seine Ansprüche!

  • Verfügt Ihre Wohnung über große Glasflächen oder sehr teure Vitrinen oder Fenster in Sondermaßen, empfiehlt es sich, die Hausrat- um eine Glasversicherung zu ergänzen. Sie kommt für Glasbruchschäden auf, die in der Hausrat- oder Gebäudeversicherung nicht eingeschlossen sind.

Damit Streitigkeiten nicht ins Geld gehen – die Rechtsschutzversicherung

Kommt es über Mietsachschäden zum Streit zwischen Mieter und Vermieter, kann es richtig teuer werden. Denn solche Streitigkeiten schaffen es teilweise bis vor Gericht und dann summieren sich Gerichts- und Anwaltskosten.

In solchen Fällen springt die Rechtsschutzversicherung ein. Sie greift übrigens auch, wenn beim Umzug mit einer professionellen Firma Schäden entstehen und es zu Differenzen kommt, ob die grundsätzliche Haftung der Möbelpacker hier zur Anwendung kommt.