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Versicherungen für Freiberufler – Teil 2: Rentenversicherung und Co. – wie Sie sich für die Zukunft absichern

Im zweiten Teil unserer Beitragsreihe stellen wir Ihnen die grundlegenden Versicherungsformen zur Vorsorge vor, die Sie als Freiberufler beziehungsweise Selbstständiger unbedingt abschließen müssen beziehungsweise sollten. Hierzu zählen die Krankenversicherung, die Absicherung von Berufsunfähigkeit sowie die für Selbstständige empfehlenswerte private Rentenversicherung. All diese dienen Ihrer persönlichen Vorsorge.

Wer frühzeitig an die passende Altersvorsorge und eine gute Krankenversicherung denkt, wird später einen angenehmen Ruhestand genießen.

Wenn es um die Krankenversicherung geht, haben Selbstständige die Qual der Wahl, denn sie haben automatisch die Option, sich privat krankenversichern zu lassen. Dies kostet natürlich umso mehr, bietet allerdings auch nicht unerhebliche Vorzüge gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung. Und nebenbei sollte man auch früh genug an die Altersvorsorge denken, um als Existenzgründer von Anfang an auf sicheren Beinen zu stehen.

Wann ist eine private Krankenversicherung für Selbstständige sinnvoll?

Sich privat zu versichern, ist unter Arbeitnehmern den Besserverdienenden vorbehalten: Die Untergrenze des Jahresentgelts beträgt im Jahr 2017 57.600 Euro. Demgegenüber ist die private Krankenversicherung für Selbstständige grundsätzlich auf freiwilliger Basis möglich. Beide Versicherungsformen bieten Vor- und Nachteile. So hängt die Beitragshöhe bei der gesetzlichen Versicherung von sämtlichen Formen des Einkommens ab. Dazu zählen bei Freiberuflern und Selbstständigen Unternehmern alle positiven Einkünfte, also auch beispielsweise auch Kapitaleinnahmen sowie Einnahmen durch Vermietung und Verpachtung. Die Beitragsbemessungsgrenze liegt bei 52.200 Euro. Wer darüber hinaus verdient, zahlt also nicht mehr.
Hauptkriterium zur Berechnung der Beiträge für die private Krankenversicherung hingegen ist das Eintrittsalter. Daher lohnt es sich, die private Krankenversicherung so früh wie möglich abzuschließen, . Langfristig gesehen bringt eine private Krankenversicherung jedoch höhere Beiträge mit sich, denen allerdings wesentlich umfassendere Leistungen im Krankheitsfall gegenüberstehen. Bestimmte Therapien und Behandlungsformen, deren Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden, können zum Teil oder sogar gänzlich an die private Krankenversicherung abgegeben werden.

Doch Vorsicht: Wer einmal eine private Krankenversicherung abgeschlossen hat, kann nicht wieder so einfach zurückwechseln beziehungsweise nur unter bestimmten Voraussetzungen! Zudem müssen für Familienmitglieder einzeln versichert werden. Wenn Sie sich also selbstständig machen, sollten Sie insbesondere im Hinblick auf Ihre Familienplanung sorgfältig kalkulieren, ob Sie die höheren Beitragszahlungen verkraften können.

Kosteneffiziente Absicherung gegen die Folgen von Berufsunfähigkeit

An der eigenen Gesundheit hängt für Freiberufler und Selbstständige noch viel mehr als das Wohlergehen. Ist man erst einmal arbeitsunfähig, und sei es auch nur zeitweise, trägt man die finanziellen Kosten im Alleingang. Eine Absicherung der Berufsunfähigkeit ist daher grundsätzlich zu empfehlen. Die Kosten hierfür sind gering, die potenziellen Auszahlungsbeträge im Ernstfall dagegen extrem hoch. Ebenso wie bei der privaten Krankenversicherung zahlt sich auch diese Form der Absicherung umso mehr aus, je früher Sie sie abschließen. Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist daher die zweite überaus wichtige Vorsorgemaßnahme, die Sie treffen sollten.

Private Rentenversicherung für Selbstständige – kapitalfinanziert glücklich altern

Das dritte Standbein Ihrer privaten Vorsorge sollte die Rentenversicherung sein. Selbstständige haben die Option, eine Basisrentenversicherung abzuschließen. Diese private Rentenversicherung ist kapitalfinanziert und birgt den Vorteil, dass eine lebenslange Rente ausgezahlt wird. Beim gesetzlichen, umlagefinanzierten Modell hingegen finanzieren die nachfolgenden Jahrgänge Ihre Rente. Diese Jahrgänge sind jedoch geburtenschwächer als in den Generationen zuvor, und damit fällt die Rente umso kleiner aus, da weniger Menschen einbezahlen. Die Beiträge der privaten Rentenversicherung gleichen denen der gesetzlichen RV. Ein unterscheidendes Merkmal ist wiederum, dass die Basisrente frühestens ab dem 62. Lebensjahr ausgezahlt wird – so kommen Sie nicht in Versuchung, Ihre Rente früher (und damit zu schlechteren Konditionen) abzurufen.

Unser Tipp: Versicherungsbeiträge von der Steuer absetzen

Je früher Sie an Ihre (Alters)Vorsorge denken, desto niedriger sind später die Kosten. Doch es gibt noch mehr Wege für Existenzgründer, Geld zu sparen. Vielen Menschen ist beispielsweise nicht bewusst, dass diverse Beitragszahlungen für Vorsorgeversicherungen steuerlich abgesetzt werden können. Das trifft (zumindest in bestimmten Fällen) auch auf die hier vorgestellten Versicherungsarten zu. So ist die Basisrente steuerlich absetzbar, und zwar sogar außerhalb der übrigen Vorsorgeaufwendungen, wie z.B. der Krankenversicherung. Absetzbar sind bis zu 84 Prozent der Beiträge (ab 2018 sind es 86 Prozent). Beachten Sie auch unsere Tipps zur Steuererklärung 2017 , in denen wir Ihnen im Detail erläutern, welche Steuervorteile Sie aus Ihrer privaten Vorsorge ziehen können.

Eine weitere Möglichkeit, gerade am Anfang der Existenzgründerphase die Kosten für diverse Vorsorgeaufwendungen niedrig zu halten, ist es, eine Förderung bei der Bundesagentur für Arbeit zu beantragen. Dieser Gründungszuschuss enthält eine Pauschale von 300 Euro, die für die soziale Sicherung vorgesehen ist.

Lesen Sie im nächsten Teil, welche Versicherungen Ihren Betrieb im schlimmsten Falle vor dem Ruin bewahren.

Versicherungstipps für Freiberufler und Selbstständige

Teil 1: So bereiten Sie sich auf die Selbstständigkeit vor
> Teil 2: Existenzsicherung – wie Sie sich für die Zukunft absichern
Teil 3: Welche Versicherungen für kleine und mittlere Betriebe unerlässlich sind
Teil 4: Spezialversicherungen für einzelne Berufsgruppen und branchenspezifische Policen