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Lithium-Akku – Kleiner Akku, großer Schaden

Schützen Sie Ihr Unternehmen vor Transport- und Lagerrisiken

Ob Laptop, Digitalkamera, Smartphone oder E-Bike – all diese Geräte sind mit Lithium-Akkus ausgestattet. Diese wiederaufladbaren Hochleistungsbatterien besitzen eine sehr hohe Energiedichte und sind damit um ein Vielfaches leistungsfähiger als konventionelle Batterietypen. Bauartbedingt besitzen Lithium-Akkus aber auch ein höheres Gefahrenpotenzial und können, zum Beispiel bei einem Brand, große Schäden verursachen.

Von 2006 bis 2013 hat sich die Zahl der Brandschäden, an denen Lithium-Akkus beteiligt waren, mehr als verfünffacht. Die Hälfte dieser Brandfälle wurde von Unterhaltungselektronik wie Laptops und Smartphones, E-Bikes sowie elektrisch betriebenen Kraftfahrzeugen verursacht.1 Aufgrund der hohen Zellspannung von Lithium-Akkus kommt es dabei häufig auch zu Explosionen, die eine große Zerstörungskraft entwickeln können.

Entwicklung der Brandschadenfälle unter Beteiligung von Lithium-Akkus 1

Über die vergangenen Jahre ist ein deutlicher Anstieg an Schadenfällen unter der Beteiligung lithiumbasierter Akkumulatoren zu erkennen.

(1) Verband öffentlicher Versicherer: Lithium-Akkus und deren Brandgefahr, in: schadenprisma 1/2016, Seite 13
(2) Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer e.V.

Häufig unterschätzte Risiken durch Lithium-Akkus

Von Brandrisiken durch Lithium-Akkus ist jeder Gewerbebetrieb betroffen. Denn Lithium-Akkus sind überall in Betrieben im Einsatz, zum Beispiel in elektronischen Kleingeräten und Smartphones. Sie sind so selbstverständlich geworden, dass sie keine besondere Aufmerksamkeit erhalten – bis es zu spät ist. Wegen zahlreicher Akkubrände mit Explosionsgefahr führte Samsung beispielsweise im Oktober 2016 eine weltweite Rückrufaktion des Smartphones Galaxy Note 7 durch. Anfang 2017 verursachte die Explosion eines E-Bike-Akkus einen Parkhausbrand in Hannover.

Wie aber kommt es zu solchen Bränden? Lithium-Akkus sind elektrochemische Energiespeicher. Sie enthalten meist brennbare Elektrolyte, hauchdünne Membranen sowie weitere brennbare Bestandteile. Wird der Lithium-Akku beschädigt, zum Beispiel durch einen Sturz oder ungünstige Lagerbedingungen, kann es in einzelnen Zellen zu Kurzschlüssen mit einer Wärmeentwicklung von mehreren hundert Grad Celsius kommen. Die große Hitze zerstört alle anderen Zellen – explosionsartig wird eine große Menge Energie freigegeben. Das austretende Gas entzündet sich und setzt den gesamten Akku sowie umgebende Materialien in Brand.

Unsere Sicherheitstipps

  • Halten Sie sich an die Vorgaben der jeweiligen Hersteller und der technischen Produktdatenblätter.
  • Verhindern Sie äußere Kurzschlüsse, indem Sie zum Beispiel die Pole der Lithium-Akkus durch Schutzkappen abdecken.
  • Verhindern Sie innere Kurzschlüsse, indem Sie beispielsweise Sicherheitsboxen für den Transport verwenden.
  • Vermeiden Sie, Lithium-Akkus unmittelbaren und dauerhaft hohen Temperaturen oder Wärmequellen auszusetzen, wie zum Beispiel direkter Sonneneinstrahlung.
  • Halten Sie eine bauliche oder räumliche Trennung von mindestens 2,5 Metern zu anderen brennbaren Materialien ein, wenn der Bereich nicht durch automatische Löschanlagen geschützt ist.
  • Entfernen Sie beschädigte oder defekte Lithium-Akkus umgehend aus Lager- und Produktionsbereichen. Lagern Sie diese Akkus bis zur Entsorgung in sicherem Abstand oder in einem brandschutztechnisch abgetrennten Bereich zwischen.

Richtlinien für Transport und Lagerung von Lithium-Akkus

Nach dem Transportrecht sind Lithium-Akkus gefährliche Güter. Daher unterliegen sie beim Transport den Gefahrgutvorschriften. Seit 1. April 2016 dürfen Lithium-Akkus beispielsweise nur noch an Bord von Frachtmaschinen befördert werden. In Frachträumen von Passagierflugzeugen sind sie jedoch verboten, da es in der Vergangenheit bereits zu Flugzeugabstürzen aufgrund brennender Lithium-Akkus gekommen ist. Für alltägliche elektronische Geräte wie Laptops und Smartphones bis 100 Wattstunden gelten Sonderregelungen.

Für die Lagerung und Bereitstellung von Lithium-Akkus gibt es keine öffentlich-rechtlichen Vorschriften. Die VdS Schadenverhütung GmbH, ein Tochterunternehmen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft, hat daher einen Leitfaden veröffentlicht. Dieser gibt Hinweise zur Schadenverhütung bei der Bereitstellung und Lagerung von Lithium-Akkus in Produktions- und Lagerbereichen.

Unterschieden wird zwischen Lithium-Akkus geringer, mittlerer und hoher Leistung:

Lithium-Akkus geringer Leistung

  • Hierzu zählen alle einzelligen und kleinen Lithium-Akkus, die vor allem in Computern, Multimediageräten und Kleinelektrogeräten zum Einsatz kommen.
  • Für diese Akkus gelten keine spezifischen Sicherheitsvorschriften. Bitte beachten Sie unsere allgemeinen Sicherheitstipps (siehe oben).
  • Bei größeren zusammenhängenden Lagermengen über 7 Kubikmeter oder bei mehr als sechs Euro-Paletten gelten die Hinweise für Lithium-Akkus mittlerer Leistung.

Lithium-Akkus mittlerer Leistung

  • Hierzu zählen Lithium-Akkus, die beispielsweise für E-Bikes, größere Gartengeräte, diverse Kleinfahrzeuge, aber auch für die Fertigung von Akkus hoher Leistung verwendet werden.
  • Diese Akkus sind von anderen Bereichen räumlich mindestens 5 Meter oder baulich feuerbeständig abzutrennen. Mischlagerungen mit anderen brennbaren Produkten sind zu vermeiden.
  • Der Lagerbereich ist durch eine geeignete Brandmeldeanlage mit Aufschaltung auf eine ständig besetzte Stelle zu überwachen. Bei Feuerlöschanlagen sind die Löschmittelhinweise in den jeweiligen technischen Produktdaten blättern zu beachten.
  • Bei größeren Lagermengen mit über 60 Quadratmeter belegter Fläche und/oder einer Lagerhöhe über 3 Meter gelten die Hinweise für Lithium-Akkus hoher Leistung.

Lithium-Akkus hoher Leistung

  • Hierzu zählen Lithium-Akkus, die durch die Kombination und Verknüpfung von Akkus mittlerer Leistung zu einem System hoher Leistung verbunden werden, zum Beispiel in E-Autos oder in netzunabhängigen Großgeräten.
  • Für diese Akkus gibt es derzeit noch keine gesicherten Kenntnisse zu angemessenen Schutzmaßnahmen. Schutzmaßnahmen sind daher als Einzelfallabsprache mit der Basler zu klären.
  • Denkbare Schutzmaßnahmen wären zum Beispiel Separierung und Mengenbegrenzung, automatische Löschanlagen oder die Lagerung in feuerbeständig abgetrennten Bereichen oder mit Einhaltung eines räumlichen Sicherheitsabstands von 5 Metern.