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Steuererklärung 2017: Diese Versicherungen können Sie absetzen

Für die meisten ist die alljährliche Steuererklärung lästiger Papierkram. Dennoch sollten Sie sich die Mühe machen, diese einzureichen, selbst wenn Sie nicht dazu verpflichtet sind. Wie Sie beispielsweise bestimmte Versicherungen als Sonderausgaben von der Steuer absetzen können, verraten wir in diesem Beitrag.

Steuern: Basler erklärt, wieso ein genauerer Blick auf Ihre Versicherungen lohnt.

Noch bis zum 31. Mai können Sie Ihre Steuererklärung einreichen. Zwar ist die Abgabe nicht für alle Arbeitnehmer zwingend, beispielsweise wenn es sich um Alleinstehende handelt, deren Nebeneinkünfte bei maximal 410 Euro im Jahr liegen. Das mühsame Prozedere kann sich jedoch durchaus lohnen! Zudem erleichtern mittlerweile viele Computerprogramme sowie das ELSTER-Onlineformular das Ausfüllen. Kennt man dann noch einige Kniffe, kann man sich über eine ordentliche Rückzahlung vom Finanzamt freuen!

Geben Sie in der Steuererklärung unbedingt Versicherungen an, die der Vorsorge dienen!

Was zum Beispiel nicht jeder weiß: In der Steuererklärung angegebene Versicherungen werden vom Finanzamt mitberücksichtigt. Zu den sogenannten Vorsorgeaufwendungen zählt unter anderem die private Krankenversicherung. Ein (natürlich völlig legaler!) Trick ist auch, die Krankenversicherungsbeiträge für das kommende Jahr komplett im Voraus zu zahlen – eventuell bekommen Sie dadurch sogar eine noch höhere Rückerstattung.

Der Grund: Der Höchstbetrag für Vorsorgeaufwendungen, den Sie steuerlich geltend machen können, liegt bei 1.900 Euro für Alleinstehende, bei 2.800 für Selbstständige und bei 3.800 Euro für Verheiratete. Somit können Sie diese Beträge in einem Jahr durch eine Vorauszahlung voll ausschöpfen und im darauffolgenden Jahr andere Versicherungen als Vorsorgeaufwand eintragen – die Krankenversicherungsbeiträge haben Sie ja bereits steuerlich abgesetzt.

Ob sich diese Methode für Sie lohnt, hängt allerdings von mehreren Faktoren ab. Lassen Sie daher am besten von einem Steuerberater checken, wie Sie Ihre Versicherung(en) am geschicktesten geltend machen.

Nicht nur die private Krankenversicherung lässt sich von der Steuer absetzen

Es können noch viele weitere Versicherungen in der Steuererklärung in der Anlage für Vorsorgeaufwendungen eingetragen werden, zum Beispiel auch nicht privat Krankenversicherte, die aber dafür freiwillig gesetzlich krankenversichert sind. Dazu zählen übrigens nicht nur Beamte, sondern auch Studierende, die entweder das 30. Lebensjahr oder das 15. Studiensemester erreicht haben.  Diese sollten alle Beiträge, die die Basisabsicherung Ihrer Krankenversicherung abdecken, in der Anlage für Vorsorgeaufwendungen in die Zeilen 11 – 45 angeben; alles, was darüber hinausgeht, können Sie als Sonderausgaben geltend machen.

Weitere Versicherungen, die Sie als Vorsorgeaufwendungen angeben können

Neben den Kranken- und Pflegeversicherungen zählen  noch diverse Arten der Altersvorsorge zu den Versicherungen, die Sie steuerlich geltend machen können. Dazu gehören zum Beispiel die Riester-Rente und die gesetzliche sowie private Rentenversicherung. Der Höchstbetrag und der Anteil der Aufwendungen, den das Finanzamt anerkennt, steigen seit 2005 und bis zum Jahr 2025 kontinuierlich an. Für das Jahr 2016 lag der Höchstbetrag beispielsweise bei 22.767 Euro (bzw. 45.534 Euro für Ehepaare) und der Anteil, der sich tatsächlich steuermindernd auswirkt, bei 82 Prozent. Einen Sonderfall stellt die Riester-Rente dar: Für diese benutzen Sie die Anlage AV (Angaben zu Altersvorsorgebeiträgen). Förderberechtigte können so bis zu maximal 2.100 Euro sparen.

Zu den Haftpflichtversicherungen, die Sie steuerlich geltend machen können, gehören unter anderem die private, die Kfz-, Hunde-, und die Grundbesitzerhaftpflichtversicherung. Darüber hinaus können Sie auch Lebensversicherungen, wie zum Beispiel die Risiko-Lebensversicherung, von der Steuer absetzen, vorausgesetzt, die Laufzeit beträgt mindestens zwölf Jahre.

Ein Tipp noch zum Schluss

Die Hausratversicherung zählt nicht zu den Vorsorgeaufwendungen und kann daher im Normalfall nicht als Sonderausgabe abgesetzt werden. Wenn Sie jedoch beruflich selbstständig sind beziehungsweise von zu Hause aus arbeiten, gibt es eine kleine Ausnahmeregelung: Die Hausratversicherung  deckt oftmals auch den Anteil an Arbeitsgeräten und Einrichtungsgegenständen ab, die dem Beruf oder Erwerb dienen. Diesen können Sie ebenfalls von der Steuer absetzen und zusätzliches Geld sparen, falls Sie Ihren Beruf ausschließlich von zu Hause ausüben.