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Versicherungen für Studenten – welche sind notwendig?

Die erste eigene Wohnung, eine andere Stadt, das Uni-Leben und viele neue Bekanntschaften: Der Studienbeginn ist eine spannende Zeit und kaum ein Erstsemester denkt dabei an Versicherungen. Ein kleiner Check lohnt sich trotzdem. Hier zeigen die Experten der Basler, welche Policen auch Studenten unbedingt haben sollten.

Unverzichtbare Versicherungen für Studenten

Für alle, die sich nicht wirklich gerne mit organisatorischen Aufgaben befassen, gleich zwei gute Nachrichten vorweg. Als Student sind nur zwei Versicherungen unverzichtbar:

Sowohl die Haftpflicht als auch die Krankenversicherung läuft i. d. R. über Ihre Eltern, sodass Sie als Student automatisch über deren Familienversicherung mit versichert sind.

Vorausgesetzt, Sie

  • sind nicht älter als 25 (Krankenversicherung) bzw. 30 Jahre (Haftpflicht)
  • sind unverheiratet/in keiner eingetragenen Lebenspartnerschaft
  • sind im Erststudium/-ausbildung
  • leisten Bundesfreiwilligendienst, Wehr- oder Zivildienst

Ob Sie noch zuhause bei den Eltern oder alleine wohnen, ist in den obigen Fällen für den Schutz durch die Familienhaftpflicht unerheblich.

 

Ab wann muss ich mich selbst krankenversichern?

Nebenjob

Wer im Jahr mehr als 5.400 € verdient, muss sich selbst versichern. Hierzu zählen Einnahmen aus Miete, Zinsen oder Nebenjob. Das BAföG wird darin nicht verrechnet.

Referendariat oder Zweitstudium

Wer sich für ein Zweitstudium entscheidet bzw. eine Promotion beginnt, benötigt ebenfalls eigene Versicherungspolicen. Gleiches gilt auch für Lehramtsanwärter, Rechtsreferendare oder alle, die eine zweite Lehre beginnen.  

Vollendung des 25. Lebensjahres

Für die Krankenversicherung gilt: Wer das 25. Lebensjahr vollendet hat, benötigt eine eigene Police. Die gibt es für Studenten zu vergünstigten Konditionen – gültig bis zum Abschluss des 14. Fachsemesters oder zur Vollendung des 30. Lebensjahres. Der Beitrag zur sogenannten „studentischen Krankenversicherung“ liegt bei rund 80 € im Monat und besteht aus einem einheitlichen Sockelbetrag und einem Zusatzbeitrag je nach Krankenkasse. Als BAföG-Empfänger erhalten Sie zudem einen Zuschuss.

Private Krankenversicherung

Die privaten Kassen bieten keine beitragsfreie Familienversicherung. Wer bisher über seine Eltern privat versichert war, muss vor Studienbeginn entscheiden, ob er in der PKV bleiben oder zur gesetzlichen wechseln möchte. Der Versicherungsschutz muss bei der Einschreibung nachgewiesen werden!

Auch wenn ein Elternteil privat, der andere gesetzlich krankenversichert ist, brauchen Sie als Student dann eine eigene Krankenversicherung, wenn Ihre Eltern verheiratet sind, der Privatversicherte über 4.162,50 € Monatsbrutto und mehr als der gesetzlich versicherte Elternteil verdient.  

Wer sich von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreien lässt und sich für die private Krankenversicherung entscheidet, kann erst wieder nach Beendigung des Studiums (nicht Abbruch!) zur gesetzlichen wechseln. Hier gilt es abzuwägen: Zwar erhalten Kinder von Beihilfeberechtigten wie Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst einen staatlichen Zuschuss von 80 Prozent – allerdings nur solange die Eltern auch Kindergeld erhalten. Wer sein Studium mit 25 Jahren nicht abgeschlossen hat oder so viel verdient, dass das Kindergeld entfällt, für den können die PKV-Beiträge teuer werden.

Sinnvolle Zusatzversicherungen für Studenten

Unter bestimmten Lebensumständen können folgende Versicherungen für Studenten sinnvoll sein:

 

KFZ-Versicherung

Wer ein Auto hat, sollte auch eine KFZ-Versicherung abschließen. Die günstigste Option ist es, das Fahrzeug als Zweitwagen über die Eltern mitversichern zu lassen.

Auslands-Krankenversicherung

Erasmus, Sprachreise oder Work & Travel – möchten Sie einige Zeit im Ausland verbringen, empfiehlt sich insbesondere für Länder außerhalb der EU eine private Auslandskrankenversicherung.

Die gesetzliche Krankenkasse ist hier nicht zuständig. Die Auslandskrankenversicherung gilt i. d. R. für ein ganzes Jahr und übernimmt auch Leistungen wie einen Krankenrücktransport, den die normale Versicherung nicht trägt.

Hausrat

Könnten Sie 20.000 in bar auf den Tisch legen? Genau deshalb kann eine Hausratsversicherung sinnvoll sein, wenn Sie in einer eigenen Wohnung leben und wertvolle Möbel oder teure Elektrogeräte besitzen! Bei einem kleinen Wohnheimzimmer ist das eher nicht gegeben. Oftmals kann die Hausratversicherung der Eltern hierauf erweitert werden, sofern der Erstwohnsitz nach wie vor bei den Eltern ist. Fragen Sie bei Ihrem Versicherer nach!

Berufsunfähigkeit

Zugegeben, vor dem Berufsstart schon an Berufsunfähigkeit zu denken, mag überbesorgt erscheinen – macht sich im Ernstfall aber bezahlt. Denn je jünger man bei Abschluss ist, desto günstiger die Beiträge.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung kommt für die Rente auf, sofern der Versicherte aufgrund von Krankheit oder Unfall nie wieder in seinem Wunschberuf wird arbeiten können. Den Einstieg für Studenten bildet eine sogenannte  „Berufsunfähigkeitsversicherung mit Erwerbsunfähigkeitsklausel“ oder kurz „Erwerbsunfähigkeitsversicherung“. Sie bildet einen Schutz gegen generelle Erwerbsunfähigkeit, unabhängig vom Beruf. Am Ende des Studiums lässt sich diese Variante dann zum Berufsunfähigkeitsschutz umwandeln.